ECHA verschärft Kontrollen der Chemikalienvorschriften bei Importen!

Bild: KI-generiert
Wichtigste Ergebnisse der REF-12-Kontrolle
- Umfang: 2.603 gezielte Kontrollen in 29 EWR-Ländern.
- Registrierungsmängel: Rund ein Drittel der Stoffe in importierten Gemischen verfügte über keine gültige REACH-Registrierung; bei importierten Reinstoffen lag dieser Wert bei rund 7 %.
- Verstöße gegen Beschränkungen: Rund 16 % der kontrollierten Gemische und Erzeugnisse enthielten gefährliche Stoffe in Mengen, die die zulässigen Grenzwerte überschritten. Schmuck wurde überraschend häufig erwähnt (Nickel, Cadmium, Blei).
Bedeutung für Gesundheit, Umwelt und Marktzugang
Ohne ordnungsgemäße Registrierung können die Behörden die Risiken von Stoffen nicht bewerten. Selbst geringe Mengen nicht registrierter oder beschränkter Stoffe stellen ein Risiko für Anwender und Umwelt dar und führen schnell zu Korrekturmaßnahmen wie Produktrückrufen, Verkaufsverboten, Bußgeldern und verstärkten Kontrollen. Die ECHA betont, dass Importeure entsprechende Nachweise (Analysenberichte etc.) benötigen, bevor Waren auf den EU-Markt gelangen.
Worauf sich die Regulierungsbehörden aktuell konzentrieren: CoRAP 2026–2028 und Prioritäten
Im Entwurf des CoRAP 2026–2028 haben die ECHA und die Mitgliedstaaten 27 Stoffe aufgenommen, die zwischen 2026 und 2028 weiter bewertet werden. Dies zeigt, welche Stoffgruppen in den kommenden Jahren verstärkt im Fokus stehen und wo Unternehmen ihre Dossiers und Sicherheitsdaten proaktiv aktualisieren müssen. Die endgültige CoRAP-Aktualisierung wird im März 2026 veröffentlicht.
Sechswertiges Chrom (Cr(VI)) und die Zulassungs-/Beschränkungsagenda
Die ECHA und die Kommission arbeiten an einer Ausweitung der möglichen REACH-Beschränkung für Cr(VI)-Verbindungen. Zudem findet im Zulassungsverfahren eine Neupriorisierung statt, wobei Anträge, die kein Cr(VI) enthalten, vorübergehend Vorrang haben. Die wissenschaftlichen Ausschüsse der ECHA erarbeiten Stellungnahmen zu Cr(VI), die voraussichtlich bis Ende 2026 vorliegen werden. Dies deutet auf politische Kursänderungen hin, die sich unmittelbar auf Anbieter chromhaltiger Produkte auswirken.
Digitalisierung: ECHA-Industrieportal und administrative Vorbereitung
Die ECHA entwickelt kontinuierlich digitale Tools. Das Industrieportal wird schrittweise für verschiedene Meldungen eingeführt (z. B. DWD-Meldungen ab dem 5. Januar 2026) und soll die Einreichung von Konformitätsdokumenten vereinfachen. Die frühzeitige Einführung solcher Systeme kann administrative Verzögerungen reduzieren und zu einer schnelleren Bearbeitung von Inspektionsanfragen beitragen.
Praktische Schritte für Importeure und Hersteller
- Führen Sie ein vollständiges REACH-Audit durch: Prüfen Sie, ob alle Stoffe in importierten Gemischen und Erzeugnissen ordnungsgemäß registriert sind.
- Fordern Sie aktuelle Analyseberichte an: Überprüfen Sie die tatsächliche Zusammensetzung der Chargen (insbesondere bei Schmuck, Textilien, Spielzeug und Elektronik).
- Überwachen Sie CoRAP und Konsultationen: Prüfen Sie, ob Ihre Rohstoffe auf der CoRAP-Liste 2026–2028 stehen und verbessern Sie Ihre Dossierinformationen zeitnah.
- Bereiten Sie sich digital vor: Erstellen Sie ECHA-Konten und lernen Sie, wie Sie das Industrieportal nutzen, um Meldungen und Dokumente schnell einzureichen.
- Etablieren Sie eine rückverfolgbare Lieferkette: Beauftragen Sie Lieferanten mit dem Nachweis der REACH-Konformität und fordern Sie Auditnachweise an.
- Planen Sie Prüfungen und Probenahmen: Arbeiten Sie mit akkreditierten Laboren zusammen, um die Konzentrationen regulierter Stoffe zu überprüfen.
Durchsetzung und Zoll: Verstärkte Koordinierung
Die ECHA stellt ausdrücklich fest, dass nationale Behörden und Zollbehörden bei Stichproben und Inspektionen intensiver zusammenarbeiten. Vorabkontrollen führten häufig zur Zurückweisung oder Behebung von Mängeln bei nicht konformen Sendungen. An strategischen Einfuhrpunkten ist mit verstärkten Kontrollen zu rechnen.
Weitere Signale aus Markt und Regierung
- Frühere Projekte haben bereits gezeigt, dass Schmuckimporte ein wiederkehrendes Risiko für Schwermetalle darstellen; die jüngsten Ergebnisse von REF-12 bestätigen dies.
- Die ECHA veröffentlicht fortlaufend Konsultationen und Vorschläge zur Beschränkung (PFAS, PPD/PD in Reifen, Cr(VI) usw.). Unternehmen sind verpflichtet, die Dossiers und Alternativen zu verfolgen.
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Fazit
Die REF-12-Ergebnisse der ECHA senden ein klares Signal: Die Durchsetzung der REACH-Verordnung bei Importen wird strenger und selektiver. Importeure und Hersteller, die den Registrierungsstatus von Stoffen aktiv überprüfen, Materialanalysen durchführen lassen und digitale Prozesse in Ordnung bringen, werden das Risiko von Marktbeschränkungen, Geldstrafen und Reputationsschäden am besten minimieren. Beginnen Sie noch heute mit einer Prioritätsprüfung von Mischungen und Produkten mit hohem Risiko – insbesondere Schmuck, Spielzeug, Textilien und bestimmte Elektronikgeräte.
Inspirationsquelle: CHEMWATCH
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